Sicherung einer gentechnikfreien Bio-Branche

Bingenheimer Saatgut AG und Kultursaat e.V. setzen sich für Sicherung einer gentechnikfreien Bio-Branche ein

Die Bingenheimer Saatgut AG und der Züchtungsverein Kultursaat warnten anlässlich der Biofach in Nürnberg vor möglichen Folgen der geplanten EU-Deregulierung neuer gentechnischer Verfahren (NGT). Eine Zustimmung des Europäischen Parlaments zum Ergebnis des Trilogs würde für die Bio-Branche bedeuten: steigender Kontrollaufwand, höhere Kosten und zunehmende Risiken – bei gleichbleibender Verantwortung gegenüber Verbraucher:innen.

„Die Deregulierung stellt nicht nur ein Risiko für Mensch, Natur und Umwelt dar, sie belastet einseitig diejenigen, die bewusst ohne Gentechnik wirtschaften“, betont Johannes Bender, Vorstand der Bingenheimer Saatgut AG. „Dessen müssen sich alle Abgeordneten des EU-Parlaments bei der Abstimmung im März bewusst sein. Gibt es trotzdem eine Mehrheit für die Deregulierung, sollten sich Erzeuger und Anbieter von Bio-Lebensmitteln darüber im Klaren sein, was dies für die Wertschöpfungsketten bedeutet.“

Mit ihrem konsequenten Einsatz für den Ausbau der Vielfalt ökologischer, ohne Gentechnik gezüchteter Sorten und dem daraus vermehrten Saatgut leisten die Bingenheimer Saatgut AG und Kultursaat e.V. einen zentralen Beitrag zur Stabilität und Glaubwürdigkeit der Bio-Branche. „Ökologische Züchtung ist ein aktiver Zukunftsweg“, betont Kultursaat-Geschäftsführer Michael Fleck. „Sie schafft robuste, anpassungsfähige und nicht zuletzt leckere Sorten und sichert langfristig Vielfalt, Ernährungssouveränität und Unabhängigkeit von Konzernstrukturen. Die Deregulierung hingegen würde durch Patente den freien Zugang der Züchtung zur Vielfalt wie auch die Sortenauswahl für die Verbraucher:innen zunehmend einschränken.“

Bingenheimer Saatgut und Kultursaat luden ein, auf der Biofach gemeinsam über Perspektiven und Maßnahmen zur Sicherung einer weiterhin gentechnikfreien Bio-Branche zu sprechen.

Mehr Einblicke in die Ökozüchtung bieten Züchterinnen und Züchter in diesem Jahr wieder bei Feldgesprächen auf ihren Betrieben. Ganz praktisch zeigen sie, wie sie sich für die Erhaltung und Entwicklung der Vielfalt von Kulturpflanzen ohne Gentechnik und Patente einsetzen. Ein exemplarisches Feldgespräch fand bereits auf der Biofach statt.

Kultursaat e.V. erhält bewährte und entwickelt neue samenfeste Gemüse-, Kräuter- und Blumensorten in biodynamisch zertifizierten Betrieben. Die Bingenheimer Saatgut AG organisiert in einem partnerschaftlichen Netzwerk die ökologische Saatgutvermehrung samenfester Sorten und vertreibt das Bio-Saatgut in Profiqualität für den Erwerbs- und Hobbyanbau.

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